Zum Jahresende Rückgang von akuten Atemwegserkrankungen

Stand: 05.01.2023 10:57 Uhr

Die Sorge vor den Feiertagen war groß. Arztpraxen und Kliniken waren aufgrund von Atemwegserkrankungen überlastet. Die Zahl der Erkrankungen ist seitdem gesunken – aber immer noch hoch.

Die Zahl akuter Atemwegserkrankungen ist in Deutschland zum Jahresende gesunken. Trotz des Rückgangs liegen die Werte allerdings über denen der Vorjahre, wie die Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) in ihrem Wochenbericht schreibt.

Für die letzte Dezemberwoche gehen die Experten von insgesamt rund 6,4 Millionen akuten Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung aus, unabhängig von einem Arztbesuch. In der Woche vom 12. bis zum 18. Dezember lag dieser Wert noch bei neun Millionen. Seitdem sanken die Zahlen.

Vor Weihnachten angespannte Lage

Vor Weihnachten hatte die angespannte Lage des Gesundheitssystems Sorgen bereitet. Angesichts hoher Infektionszahlen waren Kliniken und Arztpraxen überlastet, teilweise wurden planbare Operationen abgesagt. Auch bestimmte Medikamente wie etwa Fiebersäfte waren knapp.

Die akuten Atemwegserkrankungen in den letzten beiden Dezemberwochen 2022 waren dem Bericht zufolge hauptsächlich auf die starke Zirkulation von Grippeviren sowie Respiratorischen Synzytialviren (RSV) zurückzuführen. Insbesondere bei Kindern unter zwei Jahren sorge die anhaltende RSV-Aktivität für Arztbesuche und Krankenhauseinweisungen.

Zukünftige Entwicklung sei nicht absehbar

“Influenzaviren verursachen weiterhin den Hauptteil der akuten Atemwegserkrankungen”, schreibt die AGI. Der zuletzt starke Rückgang der Arztbesuche sei auch vor der Pandemie jeweils zum Jahresende über die Feiertage beobachtet worden.

Wie sich die Grippewelle weiter entwickeln wird, ist den Experten zufolge noch nicht absehbar. Dies könne “erst in den kommenden Wochen besser beurteilt werden”. Die Verbreitung der Grippe hatte in dieser Saison viel früher begonnen als in früheren Jahren. Wegen der Maskenpflicht und der Kontaktbeschränkungen hatte es zwei Jahre lang praktisch keine Grippewelle gegeben.

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