Zahl der Toten durch Winterstürme in Kalifornien steigt

Stand: 10.01.2023 08:53 Uhr

Kalifornien erlebt derzeit eine dritte Woche schwerer Winterstürme mit starkem Regen, heftigen Winden und Überschwemmungen. Mindestens 14 Menschen kamen ums Leben. Ortschaften werden evakuiert, so auch Montecito, wo Prominente wie Prinz Harry und seine Frau Meghan leben.

Im US-Bundesstaat Kalifornien toben seit Wochen folgenschwere Winterstürme mit Starkregen und Überflutungen. Laut Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom starben bisher mindestens 14 Personen. Er warnte die Bevölkerung: “Unsere Botschaft an die Kalifornier ist einfach: Seid äußerst wachsam!” Betroffen sind mehr als ein Dutzend Landkreise, darunter Sacramento, Santa Cruz und Los Angeles.

In Sacramento wurde ein Obdachloser von einem umstürzenden Baum erschlagen, eine andere Person starb, als ein Baum auf ihr Haus stürzte.

Suche nach Fünfjährigem abgebrochen

Ein fünfjähriger Junge, der im San Luis Opispo County von den Wassermassen mitgerissen wurde, wird noch vermisst. Weil der Pegel des Flusses Salina zu schnell stieg und die Bedingungen für die Rettungstaucher zu gefährlich waren, wurde die Suche abgebrochen. Die Mutter des Kindes konnte aus ihrem von Wassermassen erfassten Auto gerettet werden.

Behörden ordnen Evakuierung an

Flüsse traten über die Ufer, Straßen wurden gesperrt, Schulen mussten schließen. Auch der Flughafen in Santa Barbara stellte seinen Betrieb ein. Zehntausende Haushalte sind ohne Strom – allein in Sacramento mehr als 35.000 Menschen. Die Behörden in den hügeligen Regionen warnten vor steigenden Wasserpegeln, Schlamm- und Gerölllawinen. Sie forderten die Bewohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Für die Stadt Montecito und die umliegenden Orte ordneten die Behörden eine komplette Evakuierung an.

Der Ort ist bei Prominenten beliebt. Die Moderatorin Oprah Winfrey, Sängerin Katy Perry und Schauspielerin Jennifer Aniston leben hier. Auch Prinz Harry und Herzogin Meghan wohnen mit ihren beiden Kindern in dem Ort.

Die Moderatorin Ellen DeGeneres teilte auf Twitter ein Video, in dem sie einen reißenden Fluss zeigt. “Das ist verrückt! Dieser Bach neben unserem Haus fließt nie”, sagt DeGeneres in dem Video. Der Wasserstand werde vermutlich weiter steigen. Sie sei aufgefordert worden, ihr Haus zu verlassen. “Wir müssen netter zu Mutter Natur sein, denn Mutter Natur ist nicht zufrieden mit uns,” sagt sie weiter.

Präsident Biden erklärt Notstand

US-Präsident Joe Biden erklärte für den gesamten Bundesstaat den Notstand, damit die Behörden schneller reagieren und Hilfen schneller ankommen können.

Der US-Wetterdienst erwartet für die Küstenregionen Zentral- und Südkaliforniens weitere schwere Niederschläge – allein in Montecito könnte es bis zu 200 Millimeter pro Quadratmeter regnen. In den Bergen der Sierra Nevada wird mit Neuschnee und einer Schneehöhe von bis zu 1,80 Meter gerechnet. Wenn dieser schmilzt, könnten neue Überschwemmungen die Folge sein.

In Kalifornien ist es seit Jahren zu trocken, immer wieder wüten Waldbrände. In den durch die Feuer zerstörten Gebieten kann der Boden die Regenmassen nicht aufnehmen, dadurch lockert sich die Erde und droht sich zu lösen. Vor drei Jahren waren bei einem Erdrutsch in Montecito 23 Menschen getötet und hunderte Häuser zerstört worden.

Mit Informationen von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles.

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