US-Repräsentantenhaus: McCarthy fällt auch im neunten Anlauf durch

Stand: 05.01.2023 23:21 Uhr

Neun Mal wurde abgestimmt, neun Mal gab es keine ausreichende Mehrheit: Der Republikaner McCarthy ist bei der Wahl zum Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses erneut gescheitert – aufgeben will er aber offenbar nicht.

Neuer Rekord im Machtkampf im US-Kongress: Seit dem 19. Jahrhundert haben die Abgeordneten im Repräsentantenhaus nicht mehr so viele Anläufe gebraucht, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen.

Der Republikaner Kevin McCarthy bekam auch im neunten Wahlgang nicht die notwendige Mehrheit, um sich den Spitzenjob der Parlamentskammer zu sichern. Damit ist mindestens ein weiterer Anlauf notwendig. So viele Wahlgänge gab es seit 1859/1860 nicht mehr. Damals wurde der Republikaner William Pennington im 44. Wahlgang zum Vorsitzenden gewählt. Das Prozedere dauerte mehrere Wochen.

1855/56 brauchte es 133 Wahlgänge

Der aktuelle Machtkampf hatte bereits zuvor eine historische Dimension. Es ist das erste Mal seit hundert Jahren, dass es überhaupt mehrere Anläufe braucht, um den Chefposten zu besetzen. 1923 waren neun Wahlgänge nötig, um einen Vorsitzenden zu bestimmen. Auch damals dauerte das Ganze mehrere Tage.

Am längsten dauerte es 1855/56 – damals brauchte die Parlamentskammer zwei Monate für die Wahl und 133 Wahlgänge.

Trotz weiterer Zugeständnisse gelang es McCarthy bislang nicht, seine Gegnerinnen und Gegner in der Partei nicht hinter sich zu vereinen – 20 Abgeordnete stimmten für andere Kandidaten, eine Parlamentarierin enthielt sich. Da die Republikaner nur eine knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus haben, ist McCarthy auf fast jede Stimme in seiner Partei angewiesen, um Vorsitzender zu werden.

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