Über orthodoxe Weihnachten: Putin ordnet Feuerpause in Ukraine an

Stand: 05.01.2023 17:05 Uhr

Kurz vor dem orthodoxen Weihnachtsfest hat Russlands Präsident Putin eine Feuerpause in der Ukraine angekündigt. Von Freitagmittag bis in die Nacht sollen laut Kreml russische Soldaten das Feuer einstellen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat zum orthodoxen Weihnachtsfest eine 36-stündige Feuerpause in der Ukraine angekündigt. Putin habe den Verteidigungsminister angewiesen, dass die russischen Truppen zwischen dem 6. Januar, 12 Uhr (Ortszeit) und dem 7. Januar, 24 Uhr das Feuer einstellen, teilte der Kreml mit. Er veröffentlichte die Anweisung Putins auf seiner Website.

In den Kampfgebieten lebten viele orthodoxe Bürger, denen die Möglichkeit gegeben werden solle, Weihnachten an den Gottesdiensten teilzunehmen, hieß es in der Anweisung Putins, die an Verteidigungsminister Sergej Schoigu gerichtet war.

Orthodoxes Oberhaupt hatte Waffenruhe vorgeschlagen

Das einflussreiche Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, hatte zu einer Waffenruhe in der Ukraine während der orthodoxen Weihnachtsfeier aufgerufen, damit Gläubige die Messen besuchen könnten.

Der Patriarch hatte in der Vergangenheit wiederholt den russischen Angriff auf die Ukraine gerechtfertigt und argumentiert, auf diese Weise müsse ein ideologisches Vordringen des Westens verhindert werden.

Die russisch-orthodoxe Kirche, die den alten julianischen Kalender verwendet, feiert Weihnachten am 7. Januar – 13 Tage später als nach dem gregorianischen Kalender.

Putin rief der Kreml-Mitteilung zufolge außerdem die ukrainische Seite auf, dem russischen Vorbild zu folgen und ebenfalls über Weihnachten das Feuer einzustellen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak hatte allerdings eine solche Waffenruhe bereits nach dem Aufruf von Kirill als “zynische Falle” abgelehnt und als ein Mittel der Propaganda bezeichnet.

Erdogan hatte “einseitige Waffenruhe” gefordert

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Putin in einem Telefonat aufgefordert, eine “einseitige Waffenruhe” zu erklären. Aus dem türkischen Präsidialamt hieß es, Aufrufe zu Frieden und Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew sollten von einer einseitigen Waffenruhe und einer Vision für eine faire Lösung begleitet werden.

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