Regierung plant neue Bauförderung für Familien

Stand: 14.01.2023 08:53 Uhr

Bundesbauministerin Geywitz will mehr Familien zu Wohneigentum verhelfen. Dazu soll die Förderbank KfW 350 Millionen Euro pro Jahr an zinsgünstigen Krediten vergeben. Die Streichung früherer Förderprogramme verteidigt Geywitz.

Bundesbauministerin Klara Geywitz hat eine neue Wohneigentumsförderung für Familien ab Juni angekündigt. Berechtigt seien Familien mit einem Jahreseinkommen bis zu 60.000 Euro. Pro Kind erhöhe sich die Förderung um 10.000 Euro, sagte die SPD-Politikerin der Zeitung “Welt am Sonntag”. 350 Millionen Euro pro Jahr würden dazu von der staatlichen Förderbank KfW mittels zinsgünstiger Kredite an Interessierte weitergegeben.

Bei einer Zinsverbilligung sei der Hebel besser als bei jährlichen Direktzahlungen nach dem Kauf, argumentierte Geywitz. “Wir erreichen also eine höhere Förderwirkung pro eingesetztem Euro als beim Baukindergeld.”

Geywitz verteidigt Streichung von KfW-Programmen

Geywitz verteidigte zudem die Entscheidung der Bundesregierung, KfW-Förderprogramme in Milliardenhöhe zu streichen. Sie könne zwischen Zuschüssen und Fertigstellungen keinen direkten Zusammenhang erkennen. So hätten 2021, als es die Förderprogramme noch gab, perfekte Bedingungen mit niedrigen Zinsen, ohne Krieg und ohne Sanktionen geherrscht. “Doch das hat sich überhaupt nicht in steigenden Fertigstellungen niedergeschlagen”, sagte die Ressortchefin.

Dafür seien die Preise für neue Häuser noch einmal deutlich gestiegen. Wenn der Staat viel Fördergeld in einen Markt mit begrenzten Kapazitäten und hoher Nachfrage gebe, führe das zu steigenden Preisen, aber nicht zu höheren Stückzahlen. “Und manche Akteure haben staatliches Fördergeld auch nicht für günstige Mieten eingesetzt, sondern möglicherweise die eigene Projektmarge damit erhöht”, so Geywitz.

Bald neues Konzept zur Wohngemeinnützigkeit

Die Ministerin verwies auf die 14,5 Milliarden Euro, die die Bundesregierung bis 2026 für den sozialen Wohnungsbau bereitstelle, “was zurzeit häufig übersehen wird”. Diese Mittel würden voraussichtlich “zu 100 Prozent abfließen”. Die Bundesregierung arbeite zudem an einer neuen Wohngemeinnützigkeit: “Im März wollen wir ein Konzept dazu vorlegen.”

Die Bundesregierung hat eigentlich das Ziel, dass in Deutschland jährlich 400.000 Wohnungen gebaut werden sollen. Unter anderem wegen gestiegener Kosten und Materialmangel wird die Marke verfehlt: Die Branche geht davon aus, dass es im vergangenen Jahr 280.000 waren und in diesem Jahr 245.000 sein werden.

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