Polizei startet Räumung des Fechenheimer Waldes bei Frankfurt

Die Polizei hat ihren Einsatz im Fechenheimer Wald gestartet. Dort sollen Bäume für den Ausbau der A66 gefällt werden. Die anliegende Autobahn wurde gesperrt und die Aktivisten in den Baumhäusern aufgefordert, das Gelände zu verlassen.

Videobeitrag

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Fechenheimer Wald wird geräumt


Bauarbeiter mit Warnwesten roden den Wald.

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“Sie halten sich widerrechtlich in einem Rodungsbereich auf”, hallte es am frühen Mittwochmorgen aus einem Polizeilautsprecher durch den Fechenheimer Wald im Frankfurter Osten. “Für Sie besteht Lebensgefahr”, riefen die Beamten den Gegnern des geplanten Autobahnausbaus entgegen: “Sie haben nun letztmalig die Möglichkeit, das Gelände freiwillig zu verlassen.”

Weitere Informationen

Liveticker zum Polizeieinsatz im Fechenheimer Wald

In unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Geschehnisse im Fechenheimer Wald im Frankfurter Osten auf dem Laufenden.

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Mehrere Aktivistinnen und Aktivisten halten sich seit Monaten in Baumhäusern in dem Waldstück auf, das für den Ausbau der A66 gerodet werden soll. Die Polizei geht von einer niedrigen zweistelligen Zahl von Aktivisten aus, wie eine Sprecherin sagte. Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit einer Vielzahl an Einsatzkräften aller hessischen Präsidien sowie der Bundespolizei vor Ort.

Wegen des Einsatzes wurde am Morgen ein Teilstück der A66 zwischen Maintal-Dörnigheim und Frankfurt-Bergen-Enkheim gesperrt, ebenso die Borsigallee in Richtung Hessen-Center – U-Bahnen und Busse fahren aber.


Grafik zur Rodung des Fechenheimer Waldes

Das Ziel des Einsatzes ist klar: Die Ausbaugegner sollen das Waldstück verlassen, damit die Autobahn GmbH des Bundes die Bäume fällen und zwei Baustraßen auf der Fläche anlegen kann. An den Rändern des Geländes wurde parallel zu dem Einsatz bereits mit der Rodung begonnen.

Polizei setzt auf Kommunikation

Die Polizei erklärte, dass alle dort noch befindlichen Personen angesprochen worden seien. Sie bekämen zudem mehrfach die Möglichkeit eröffnet, das Waldstück freiwillig zu verlassen. Sofern sich die Ausbaugegner weigerten zu gehen, würden sie durch Einsatzkräfte aus dem Wald gebracht. Die Sicherheit aller stehe dabei während des gesamten Einsatzverlaufs an erster Stelle, betonte die Polizei: “Der polizeiliche Anspruch ist es, dass im Einsatz niemand verletzt wird – kein Ausbaugegner, kein Polizist, kein unbeteiligter Bürger.”

Umweltaktivisten bekräftigten zum Start des Polizeieinsatzes im Fechenheimer Wald ihren Widerstand. “Ihr werdet euch an dieser Räumung die Zähne ausbeißen”, teilten sie am Morgen mit. Sie wollen den Wald so lange wie möglich besetzt halten. Dazu haben sie in den Eichen und Buchen Baumhäuser errichtet, teilweise in 25 Metern Höhe, und Seile gespannt. Wie die Polizei mitteilte, waren eigens Höheneinsatzkräfte vor Ort, um die Aktivisten gegebenenfalls aus den Baumhäusern zu holen.

Die Bemühungen der Umweltschützer, gerichtlich einen Aufschub der Räumung zu erwirken, waren zuvor gescheitert. Am Dienstag hatte der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel einen Eilantrag der Naturfreunde Deutschland abgewiesen, in dem ein Aufschub der geplanten Rodungsarbeiten gefordert wurde. Bereits am Montag war der Widerspruch eines Waldbesetzers vom Frankfurter Verwaltungsgericht (VG) abgewiesen worden.

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