Noch immer fehlt offenbar die Hälfte der Grundsteuererklärungen

Stand: 05.01.2023 07:57 Uhr

Bald läuft die Frist zur Abgabe der Grundsteuererklärung ab. Doch in vielen Ländern fehlen laut einem Medienbericht noch mehr als Hälfte der Erklärungen – und selbst beim “Spitzenreiter” beträgt die Quote nur 57 Prozent.

Ende Januar läuft die Frist zur Abgabe der Grundsteuererklärung ab – doch wenige Wochen vorher haben viele Grundstückseigentümer die Erklärung noch nicht abgegeben. In sieben der 16 Bundesländer hat dies noch nicht mal die Hälfte von ihnen getan, ergab eine Umfrage der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” unter den Landesfinanzministerien.

Zwischen 40 und 57 Prozent

Am geringsten war laut der Zeitung die Rücklaufquote – Stand Mittwoch – in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 40 Prozent. Es folgen Baden-Württemberg und das Saarland (beide 45 Prozent), Berlin (45,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (46 Prozent), Brandenburg (47,5 Prozent) sowie Sachsen (49 Prozent).

Bereits mehr als jede zweite Erklärung erhalten haben Bayern (50,5 Prozent), Hessen (52,9 Prozent), Thüringen (53,4 Prozent), Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein (jeweils 54 Prozent), Hamburg (55,5 Prozent) sowie Sachsen-Anhalt (56,3 Prozent). Die höchste Rücklaufquote gab Bremen mit knapp 57 Prozent an.

Auch die “Welt am Sonntag” berichtet, dass die Quote noch immer niedrig ist – und sich in den vergangenen Tagen auch nicht merklich erhöht hat. Einen Monat vor Firstende seien erst knapp 16 Millionen Erklärungen elektronisch bei den Finanzämtern eingegangen, schreibt die Zeitung unter Verweis auf das für die Elster-Plattform zuständige Bayerische Landesamt für Steuern. Hinzu kommen einige Erklärungen, die in Papierform eingereicht wurden. Auch die “Welt am Sonntag” geht in ihrer Berechnung davon aus, dass noch rund die Hälfte der Erklärungen fehlen.

“Eine weitere Fristverlängerung wird es nicht geben”

Im Zuge der Grundsteuerreform müssen rund 36 Millionen Eigentümer von Immobilien und Grundstücken in Deutschland eine Grundsteuererklärung abgeben. Bund und Länder hatten die Frist dafür bereits um drei Monate bis zum 31. Januar verlängert – zunächst galt sie bis 31. Oktober.

Dass es eine weitere Verlängerung gibt, ist unwahrscheinlich – mehrere Finanzministerien schlossen dies kategorisch aus. “Eine weitere Fristverlängerung wird es nicht mehr geben”, sagte etwa Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”.

Der Eigentümerverband “Haus & Grund” rät dazu, “die Sache nicht bis kurz vor Fristende aufzuschieben, um mögliche Server-Überlastungen zu umgehen”. Geschäftsführer Younes Frank Ehrhardt erinnerte an Probleme während der Datenerfassung Anfang Juli. “Bei Nichtabgabe oder verspäteter Abgabe der Grundsteuererklärung kann ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden”, warnte er zudem. “Bei Nichtabgabe der Erklärung kann das Finanzamt zudem die Besteuerungsgrundlagen schätzen.” In beiden Fällen bleibe die Pflicht zur Abgabe bestehen.

Die Reform der Grundsteuer war nötig geworden, weil das Bundesverfassungsgericht das aktuelle Bewertungssystem 2018 für verfassungswidrig erklärt hatte – gleichartige Grundstücke würden unterschiedlich behandelt, so die Begründung. Die bisherige Berechnung basiert auf Jahrzehnte alten Grundstückswerten – im Westen stammen sie von 1964, im Osten von 1935.

What is your reaction?

0
Excited
0
Happy
0
In Love
0
Not Sure
0
Silly

You may also like

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *