Marktbericht: Haben die DAX-Bullen noch Pfeile im Köcher?

Marktbericht

Stand: 16.01.2023 07:46 Uhr

Selbst nach zwei Wochen Rally und einem Kursgewinn von über acht Prozent sind die DAX-Bullen offenbar immer noch nicht müde. Der deutsche Leitindex dürfte mit Gewinnen in die neue Woche starten.

Der deutsche Leitindex dürfte seine Klettertour zu Wochenbeginn zunächst ungebremst fortsetzen. Der Broker IG taxiert die deutschen Standardwerte zur Stunde 0,4 Prozent höher bei 15.140 Punkten.

DAX ist “überkauft”

Anleger sollten dennoch wachsam sein: Der DAX ist nach seiner rasanten Kursrally vom Jahresanfang deutlich “überkauft”. Seit seinem Handelsschluss am 30. Dezember bei 13.924 Punkten verbuchte der deutsche Leitindex ein Kursplus von 8,3 Prozent.

Eine technische Gegenreaktion wäre vor diesem Hintergrund weder verwunderlich noch besorgniserregend. Erst bei einem Rückfall in die alte Handelsspanne unterhalb von 14.800 Punkten würde sich das technische Bild wieder etwas eintrüben.

Moderate Gewinne im Dow Jones

Von der Wall Street kommen moderate Vorgaben für den DAX. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Freitag 0,3 Prozent höher auf 34.302 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,7 Prozent auf 11.079 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,4 Prozent auf 3999 Punkte zu.

Zum Auftakt der US-Bilanzsaison blieben die Anleger an der Wall Street auf der Hut. Die vorgelegten Geschäftszahlen der großen US-Finanzinstitute weckten keine Euphorie, allzu böse Überraschungen blieben aber auch aus. “Die Ergebnisse der Banken fielen solide aus”, fasste Bankenanalyst Peter Torrente von KPMG zusammen.

Heute Feiertag an der Wall Street

Mit der angelaufenen Berichtssaison dürften in der neuen Börsenwoche Quartalszahlen von Unternehmen stärker in den Fokus der Investoren rücken und Konjunkturdaten etwas in den Hintergrund drängen. Morgen stehen mit Goldman Sachs und Morgan Stanley weitere Banken mit Quartalszahlen im Blick.

Heute muss der DAX jedoch auf weitere Impulse von der Weltleitbörse in New York verzichten: Die Wall Street bleibt wegen des Feiertags “Martin Luther King Day” geschlossen.

Nikkei wegen Bank-of-Japan-Spekulationen tief im Minus

Negative Vorgaben kommen derweil von der Börse in Tokio: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel um 1,1 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Tief von 25.822 Punkte. Anleger reagierten besorgt auf Gerüchte, dass die Bank of Japan heute eine Dringlichkeitssitzung zu ihrer überdimensionierten Stimulierungspolitik abhalten wolle.

Kursgewinne gab es dagegen an den China-Börsen: Die Börse in Shanghai lag 1,5 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 2,0 Prozent.

Euro auf Neunmonatshoch zum US-Dollar

Der Euro spürt an den Finanzmärkten weiter Rückenwind. In der Nacht auf Montag stieg die Gemeinschaftswährung mit 1,0874 US-Dollar auf den höchsten Stand seit April 2022. Auf ähnliche Höchststände war der Euro bereits vergangene Woche geklettert. Zu Wochenbeginn stehen kaum nennenswerte Konjunkturdaten auf dem Programm, die am Devisenmarkt für stärkere Kursbewegung sorgen könnten.

Gold weiter im Aufwind

Die Feinunze Gold kostet 1920 Dollar – so viel wie seit April 2022 nicht mehr. Erst am Freitag hatte das gelbe Edelmetall die runde Marke von 1900 Dollar überwunden. Gold profitiert vom schwächeren Dollar und den gesunkenen US-Zinserwartungen.

Ölpreise starten etwas tiefer

Die Ölpreise sind am Morgen mit leichten Abschlägen in die neue Woche gestartet. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 84,56 US-Dollar. Das waren 72 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Februar-Lieferung fiel um 61 Cent auf 79,25 Dollar.

Bitcoin zurück über 20.000 Dollar

Die bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat am Wochenende ihren jüngsten Erholungskurs fortgesetzt und ist über die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Dollar gestiegen. Zu Wochenbeginn werden über 21.000 Dollar je Bitcoin gezahlt. Damit summiert sich das Kursplus der vergangenen sieben Tage bereits auf über 20 Prozent. Von ihrem Rekordkurs von fast 70.000 Dollar im November 2021 ist die Cyberdevise allerdings weiter meilenweit entfernt.

RWE nennt Zeitplan für Lützerath

Im DAX rückt am Morgen die RWE-Aktie in den Fokus. Der Energiekonzern geht davon aus, dass der Abriss des Braunkohleorts Lützerath schon bald abgeschlossen sein wird. Man erwarte, dass der Rückbau noch acht bis zehn Tage dauere, sagte ein Firmensprecher der “Rheinischen Post”. “Im März oder April könnte der Tagebau dann das frühere Dorf erreichen und abbaggern.”

Abschreibungen brocken Covestro Jahresverlust ein

Hohe Abschreibungen haben den Kunststoffkonzern Covestro 2022 überraschend in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stehe nach vorläufigen Zahlen ein Verlust von etwa 300 Millionen Euro, teilte der DAX-Konzern am Freitagabend mit. Auch im Tagesgeschäft schnitt Covestro trotz des höchsten Umsatzes der Unternehmensgeschichte etwas schlechter ab als gedacht.

Früherer VW-Chef Hahn gestorben

Der frühere Volkswagen-Chef Carl Hahn ist tot. Er starb am 14. Januar 2023 im Alter von 96 Jahren in Wolfsburg, wie der Konzern mitteilte. Hahn stand von 1982 bis 1992 an der Spitze des Autoherstellers. In seine Amtszeit fielen die Übernahmen von Seat und Skoda. Außerdem begann Hahn die Expansion von VW nach China.

Fraport-Passagierzahlen 2022 fast verdoppelt

Der Flughafenbetreiber Fraport hat nach der Coronavirus-Pandemie die Passagierzahlen im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Mit 48,9 Millionen lagen sie 2022 97,2 Prozent höher als im Jahr davor. Das Frachtaufkommen ging im gleichen Zeitraum dagegen um 13,3 Prozent zurück.

Hypoport bekommt Immobilienflaute weiter zu spüren

Steigende Zinsen und eine schwächelnde Konjunktur machen Hypoport erneut zu schaffen. Das Transaktionsvolumen bei vermittelten Krediten sei im vierten Quartal im Jahresvergleich um 40,5 Prozent auf 15,41 Millionen Euro eingebrochen, teilte der Finanzdienstleister mit. Bei Immobilien-Finanzierungen belaufe sich das Minus sogar auf gut 45 Prozent.

Twitter-Software anderer Anbieter verliert Zugang zum Dienst

Zahlreiche Twitter-Apps wie Tweetbot, mit denen Nutzer auf den Online-Dienst zugreifen konnten, funktionieren nicht mehr. Die Software kann seit Freitag keine Verbindung mehr zu den Schnittstellen von Twitter herstellen. Kunden der Apps müssen damit auf die offizielle Twitter-App oder die Web-Version zugreifen. Von Twitter gab es dazu bislang keine Stellungnahme.

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