Marktbericht: DAX-Tendenz zeigt nach oben

Marktbericht

Stand: 26.01.2023 09:37 Uhr

Der erhoffte größere Anfangsschwung bleibt zwar aus, gleichwohl hält sich der DAX vor wichtigen US-Konjunkturdaten solide im Plus. Auch eine ganze Reihe Quartalsberichte sind zu verarbeiten.

Der DAX legt zum Handelsstart um rund 0,4 Prozent auf 15.142 Punkte zu. In den ersten Handelsminuten zieht er bis auf ein Wochenhoch von 15.151 Zählern an. Gestern war der deutsche Leitindex zwar zeitweise unter die Marke von 15.000 Punkten gefallen, ging aber letztlich nur mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 15.082 Punkten aus dem Handel.

Schlechte Stimmung, starke Kurse?

Die Kursrally zum Jahresbeginn habe dafür gesorgt, dass sich kaufkräftige Anleger zunächst eingedeckt hätten, während neues Potenzial weiter auf eine Korrektur warte, erklärt Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets, die Lage am Aktienmarkt.

Die Fachleute von HSBC sind der Ansicht, dass die Anlegerstimmung für Rückenwind sorgen könnte. Gemäß der jüngsten Erhebung der American Association of Individual Investors (AAII) sei der Anteil der Optimisten jüngst von 31 Prozent auf 28,4 Prozent gefallen. “Eine rückläufige Stimmung in einem steigenden Markt stellt eher einen unterstützenden Faktor dar.”

Konjunkturdaten aus den USA erwartet

Im Fokus der Investoren stehen für den Nachmittag erwartete Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP). Zudem stehen die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe an. Anleger erhoffen sich daraus Rückschlüsse auf die Arbeitslosenquote und damit auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

“Zwar scheint der Arbeitsmarkt ausgesprochen widerstandsfähig zu sein, dennoch sind die Konjunktursorgen wieder etwas größer geworden, schreiben die Experten der Helaba in ihren Tagesausblick. “Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass Marktteilnehmer auf eine weniger aggressive Geldpolitik in den USA spekulieren.”

Ifo-Exporterwartungen steigen

Hierzulande wurde eine ifo-Umfrage publiziert. Die deutsche Industrie blickt demnach wieder mit steigendem Optimismus auf das Auslandsgeschäft. Die Stimmung unter den Exporteuren hat sich laut Januar-Umfrage weiter verbessert. Der Index der Exporterwartungen stieg im Vergleich zum Dezember von 2,0 auf 4,3 Punkte. Der Index basiert auf der monatlichen Befragung von gut 2300 Industrieunternehmen.

Schwäche an der Wall Street

Enttäuschende Zahlen von Microsoft hatten die Stimmung der US-Anleger gestern getrübt: Der Dow Jones stagnierte bei 33.744 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 1,2 Prozent auf 11.313 Punkte nach, und der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 4016 Punkten.

“Die Aktienmärkte sind wieder im Minus, da sich die Anleger auf eine enttäuschende Gewinnsaison bei den großen Technologieunternehmen einzustellen scheinen”, sagte Marktstratege Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. “Die Gewinne zeichneten ein realistischeres Bild der Aussichten für dieses Jahr, als die Anleger sich selbst davon zu überzeugen schienen, dass dies der Fall sei. Entlassungen, verfehlte Schlagzeilen und schlechte Prognosen werden schnell zur Norm.”

Euro knapp unter Neunmonatshoch

Der Euro hat im frühen Handel knapp unter seinem neunmonatigen Höchststand notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,0920 Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Heute richten sich auch am Devisenmarkt die Blicke auf Wachstumsdaten aus den USA.

Nikkei fällt leicht zurück

Die Börse in Tokio hat sich schwächer gezeigt, der Nikkei verlor 0,1 Prozent auf 27.362,75 Punkte. In China wurde wegen der Neujahrsfeierlichkeiten erneut nicht gehandelt, in Hongkong dagegen schon: Die Anleger haben dort am ersten Handelstag nach dem chinesischen Neujahrsfest bei Aktien zugegriffen. Der Hang Seng Index legte 2,2 Prozent zu und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang April 2022.

SAP will 3000 Stellen abbauen und Kosten senken

Beim Softwarehersteller SAP sollen 3000 Stellen wegfallen, kündigte Vorstandschef Christian Klein an. In Deutschland sollen 200 Mitarbeiter betroffen sein. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat SAP seine Jahresziele erreicht. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging um zwei Prozent auf 8,03 Milliarden Euro zurück. Der Jahresumsatz stieg auch dank der anziehenden Geschäfte mit Cloudsoftware zur Nutzung über das Netz um elf Prozent auf 30,9 Milliarden Euro.

Tesla bricht Rekorde

Tesla hat 2022 trotz hoher Inflation, Konjunktursorgen und Lieferkettenproblemen so viel verdient wie nie zuvor in einem Geschäftsjahr. Der Elektroautokonzern von Starunternehmer Elon Musk steigerte den Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 128 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar. Die Erlöse wuchsen demnach um 51 Prozent auf 81,5 Milliarden Dollar. “Es war ein fantastisches Jahr, unser bislang bestes”, verkündete Musk bei der Präsentation der Zahlen.

Nokia verdient mehr

Der Telekomzulieferer Nokia hat das vergangene Jahr auch dank eines überraschend starken Schlussspurts mit deutlichen Zuwächsen abgeschlossen. Da der Umsatz im vierten Quartal um 16 Prozent anzog, stand für das Gesamtjahr ein Zuwachs um zwölf Prozent auf 24,9 Milliarden Euro zu Buche. Der operative Gewinn wuchs im Gesamtjahr konzernweit auf vergleichbarer Basis um zwölf Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

Gewinnsprung bei Sartorius

Der Laborausrüster Sartorius hat kräftig zugelegt und seine Ziele für das vergangene Geschäftsjahr erreicht. Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte um ein Fünftel auf 1,41 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Sartorius setzte rund 4,18 Milliarden Euro um, ein Plus von 21 Prozent binnen Jahresfrist. Währungsbereinigt stand ein Plus von 15 Prozent zu Buche.

Dic Asset erreicht Ziele

Der Immobilienkonzern Dic Asset hat seine Ergebnisziele im vergangenen Jahr erreicht. Im Tagesgeschäft stieg das operative Ergebnis, gemessen an der in der Immobilienbranche etablierten Kenngröße Funds from Operations (FFO), um rund sieben Prozent auf 114,2 Millionen Euro. Damit lag das Ergebnis am unteren Ende der ausgegebenen Spanne von 114 bis 117 Millionen Euro. Das verwaltete Vermögen stieg den Angaben zufolge auf den Höchstwert von 14,7 Milliarden Euro. Seinen Aktionären will Dic Assets eine Dividende auf dem Niveau des Vorjahres von 0,75 Euro je Aktie zahlen.

Toyota-Chef Toyoda gibt Posten ab

Der Autobauer Toyota bekommt einen neuen Chef: Der bisherige Vorstandsvorsitzende und Präsident Akio Toyoda, Enkel des Firmengründers, wird ab dem 1. April Chairman, wie der japanische Konzern mitteilte. Der 66-Jährige übergibt seinen Chefposten an Koji Sato (53), der bisher Chief Branding Officer war. Der CEO müsse Jugend, Energie und Stärke haben, sagte Toyoda auf einer Pressekonferenz. Eine der Aufgaben des neuen Managements sei es, Toyota zu einem Mobilitätsunternehmen zu wandeln.

Autobauer Hyundai verdreifacht Gewinn

Die hohe Nachfrage nach SUVs und die schwache heimische Währung haben den Gewinn des südkoreanischen Autobauer Hyundai angetrieben. Der Nettogewinn stieg im vierten Quartal auf 1,7 Billionen Won (1,27 Milliarden Euro) nach 547 Milliarden Won im Vorjahresquartal.

Chevrons gigantisches Aktienrückkaufprogramm

Der US-Ölkonzern Chevron will angesichts hoher Gewinne Milliarden an seine Aktionäre verteilen. So sollen ab April Aktien im Wert von 75 Milliarden Dollar zurückgekauft werden. Dazu will Chevron an die Anteilseigner eine Quartalsdividende von 1,51 Dollar je Aktie ausschütten und damit 6,3 Prozent mehr als in den vorangegangenen drei Monaten. Die Aktie legte nachbörslich um fast drei Prozent zu.

Die großen Ölkonzerne haben in den vergangenen Quartalen prächtig verdient, nachdem der Krieg Russlands in der Ukraine die Preise für Öl und Gas angetrieben hatte. Chevron wird seine Quartalszahlen morgen vorlegen.

IBM streicht etwa 3900 Jobs

Der Computerkonzern IBM baut Arbeitsplätze ab. Es gehe um ungefähr 3900 Jobs, also rund 1,5 Prozent der weltweiten Belegschaft, sagte IBM-Finanzchef James Kavanaugh dem Finanzdienst Bloomberg. Zugleich sollen auch neue Mitarbeiter in Wachstumsbereichen eingestellt werden, wie er ankündigte. IBM meldete für das vierte Quartal einen Umsatz auf Vorjahresniveau von 16,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs unterdessen um 17 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar.

Evotec kooperiert mit Johnson & Johnson

Der Wirkstoffforscher Evotec geht mit dem Pharmakonzern Johnson & Johnson eine Kooperation bei der Entwicklung immunbasierter Krebstherapien ein. Neben Forschungszahlungen erhält Evotec den Angaben zufolge eine Vorauszahlung in nicht bekanntgegebener Höhe. Hinzu könnten erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von über 350 Millionen US-Dollar kommen sowie eine Umsatzbeteiligung, sollten tatsächlich Medikamente aus der Zusammenarbeit auf den Markt kommen.

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