Marktbericht: DAX stemmt sich gegen schwache Wall Street

Marktbericht

Stand: 18.01.2023 07:25 Uhr

Am deutschen Aktienmarkt herrscht weiterhin Zuversicht. Zum Handelsstart kann sich der DAX wohl erneut ein Stück aufwärts hangeln – trotz eher ungünstiger Vorgaben von der Weltleitbörse in den USA.

Bei 15.220 Punkten dürfte der deutsche Leitindex in den Handel starten, darauf deuten vorbörsliche Indikationen hin. Das entspräche einem Plus von 0,3 Prozent. Damit kann sich der DAX weiterhin über der erst kürzlich erreichten Marke von 15.000 Zählern halten.

Wall Street hadert mit Banken-Bilanzen

Die Vorlagen aus den USA sind dabei wenig stimulierend für den deutschen Handel. Enttäuschende Quartalsergebnisse großer US-Banken haben den Anlegern an der Wall Street am Abend die Laune verdorben. Der Dow-Jones-Index schloss 1,1 Prozent tiefer auf 33.910 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,2 Prozent auf 3990 Punkte ein. Allein der technologielastige Nasdaq schaffte ein Plus von 0,1 Prozent auf 11.095 Punkte vor. “Die Quartalsergebnisse von Goldman Sachs waren noch miserabler als allgemein erwartet”, so Analyst Octavio Marenzi vom Vermögensberater Opimas. Auch die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China trug laut Experten zur gedrückten Stimmung bei.

Japans Börse begrüßt Geldpolitik

Aus Asien kommen am Morgen allerdings positive Impulse. Der Aktienmarkt in Tokio hat die Entscheidung der japanischen Notenbank, ihre ultra-niedrigen Zinssätze beizubehalten, begrüßt. Zum Abschluss zweitägiger Beratungen beschloss die Bank of Japan (BoJ) heute, die kurz- und langfristigen Zinssätze auf Tiefstständen zu halten. Der Nikkei-Index schloss 2,5 Prozent höher bei 26.791 Punkten. Die Börse in Shanghai notierte dagegen unverändert.

Euro leicht geschwächt

Am Devisenmarkt hat der Euro seinen Aufwärtstrend der vergangenen Tage verlassen und gegenüber dem Dollar leicht nachgeben. Am Morgen steht die Europäische Gemeinschaftswährung bei 1,0770 Dollar und damit rund einen halben Cent unter dem gestrigen Niveau.

Ölpreis steigt nach OPEC+-Prognose

Steigende Preise gibt es am Morgen am Ölmarkt. Die Investoren reagieren auf die Prognose des Ölverbunds OPEC+, wonach sich die Nachfrage aus China dieses Jahr nach einem anfänglichen Rückgang wieder erholen wird. Die Nordsee-Sorte Brent verteuert um 1,2 Prozent auf 87,06 Dollar. Gewinnmitnahmen setzten unterdessen dem Goldpreis zu. Das Edelmetall verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 1897 Dollar je Feinunze. Der Goldpreis war zuletzt wegen Erwartungen, dass die US-Notenbank die Zinsen langsamer erhöhen wird, stark angestiegen.

BASF mit Milliardenverlust

Im DAX wird im frühen Handel die Aktie des Chemiekonzerns BASF im Blickpunkt stehen. BASF ist wegen Abschreibungen auf das Russland-Geschäft seiner Fördertochter Wintershall Dea im vergangenen Jahr überraschend in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich steht nach vorläufigen Zahlen ein Verlust von rund 1,4 Milliarden Euro, wie BASF gestern Abend mitteilte. Verantwortlich dafürf sind vor allem Wertminderungen auf Wintershall Dea in Höhe von 7,3 Milliarden Euro, weil die Konzerntochter das Segment Russland abspaltet und neu bewertet.

Conti hat ein Margen-Problem

Auch der Autozulieferer Continental hat am Abend Geschäftszahlen vorgelegt. Continental hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz laut vorläufigen Zahlen um rund 17 Prozent auf 39,4 Milliarden Euro gesteigert. Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern lag mit voraussichtlich 5,0 Prozent jedoch 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Continental hatte schon früh vor milliardenschweren Mehrkosten für Energie, Frachten und Material gewarnt.

United Airlines besser als gedacht

Die US-Fluggesellschaft United Airlines erwartet für das laufende Geschäftsjahr in etwa eine Vervierfachung des Gewinns. Die Fluggesellschaft rechnet nach eigenen Angaben mit einem bereinigten Ergebnis von zehn bis zwölf Dollar je Aktie für 2023 nach nur 2,52 Dollar je Anteilsschein 2022. Die Fluggesellschaft profitiert von einem starken US-Dollar sowie einer kräftigen Nachfrage nach der Ende der Corona-Pandemie. Im vierten Quartal verbuchte United Airlines einen Gewinn von 2,46 Dollar je Aktie, deutlich mehr als erwartet.

Microsoft vor Massenentlassung?

Microsoft will laut einem Medienbericht fünf Prozent seiner Belegschaft zu entlassen. Dies würde etwa 11.000 Stellen entsprechen, berichtete der Sender “Sky News” gestern. Bei dem US-Softwarekonzern war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Das Unternehmen will seine Quartalszahlen am 24. Januar vorlegen. Die steigende Inflation und die drohende Rezession machen der Technologiebranche zu schaffen.

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