Habeck optimistisch für Erdgas-Preis im nächsten Winter

Stand: 16.01.2023 14:33 Uhr

Bundeswirtschaftsminister Habeck ist zuversichtlich, dass der Erdgas-Preis im kommenden Winter wieder günstiger sein wird. Bereits jetzt sind die Notierungen weit entfernt von ihren Höchstständen.     

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat sich optimistisch zur Erdgas-Versorgung und die Preise im kommenden Winter geäußert: “Für das Jahr 2023 und den Winter 23/24 haben wir mehr als berechtigte Hoffnung, dass wir die Speicher ebenfalls zu Beginn des Winters voll haben”, sagte der Grünen-Politiker heute bei einer Energiekonferenz in Berlin. Dann werde die Versorgung ziemlich sicher sein “und auch zu günstigen Preisen”, sagte er.

Es werde preislich einen “wahnsinnigen Unterschied” machen, ob die Speicher dann zu 50 Prozent oder zu 75 Prozent gefüllt seien, unterstreicht Habeck. Je voller die Speicher im Frühjahr sind, desto einfacher wird es, sie bis zum kommenden Winter wieder komplett zu befüllen.

Habeck erinnerte daran, dass im Frühjahr 2022 noch damit gerechnet wurde, dass Industriebetriebe abgeschaltet und es eine Gasmangellage geben werde. Dies sei auch mit dem Bau von Flüssiggas-Terminals verhindert worden. “Wir haben in dem Jahr in den Abgrund geguckt, und wir sind dabei, eine Brücke über diesen Abgrund zu bauen.”

“Gasmangellage zunehmend unwahrscheinlich”

Derzeit sind die Speicher nach dem aktuellen Lagebericht der Bundesnetzagentur zu 90,47 Prozent befüllt, aber es werde überwiegend ausgespeichert, heißt es. Die Lage sei weniger angespannt als zu Beginn des Winters, eine Gasmangellage in diesem Winter werde zunehmend unwahrscheinlich.

In der ersten Kalenderwoche dieses Jahres habe der Gasverbrauch wegen der milden Temperaturen 38 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der Jahre 2018 bis 2021 gelegen. Da die prognostizierte Temperatur für diese Woche mit minus 0,3 Grad Celsius im angespannten Bereich liege, sei nun aber mit einem Mehrverbrauch zu rechnen, schreibt die Bundesnetzagentur.

Gaspreis sinkt kräftig

Aktuell ist der Gaspreis im Sinkflug. Zu Beginn des Jahres war der Preis des als Referenz geltenden Terminkontrakts TTF an der Energiebörse in den Niederlanden bereits unter die Marke von 70 Euro gerutscht.  

Der Preisverfall setzt sich derzeit fort; mittlerweile sackte der Preis bereits unter die Marke von 60 Euro. Aktuell werden an der Börse für diesen Kontrakt für Lieferungen im Februar nur noch etwas weniger als 58 Euro bezahlt. Allein in den vergangenen fünf Tagen hat der Preis auch wegen des bislang milden Winters um mehr als 20 Prozent nachgegeben.

Die jüngste Entspannung sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Preise im historischen Vergleich immer noch sehr hoch sind. Zwischen Januar 2016 und Frühjahr 2021 notierte der TTF-Preis zwischen rund fünf und 25 Euro je Megawattstunde. Allerdings waren die Notierungen im Laufe des vergangenen Jahres auf mehr als 340 Euro gestiegen.  

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