Goldpreis steigt auf Acht-Monats-Hoch

Stand: 09.01.2023 12:45 Uhr

Auch zu Jahresbeginn setzt der Goldpreis seine Aufwärtsbewegung fort und hat den höchsten Stand seit acht Monaten erreicht. Ein Grund ist die zunehmende Klarheit über den Zinskurs in den USA.

Der Goldpreis hat am Montag den höchsten Stand seit acht Monaten erreicht. Das Edelmetall verteuerte sich in der Spitze um 0,8 Prozent auf 1880,89 Dollar je Feinunze. Damit setzte sich die seit November währende Kurserholung des Edelmetalls fort. Im vergangenen Jahr schnitt Gold als Anlageobjekt trotz eines starken Rückgangs seit dem Frühjahr deutlich besser ab als beispielsweise Aktien.

Die jüngste Aufwärtsbewegung begründen Experten vor allem mit dem Rückgang des Dollars, der die in der US-Währung gehandelten Rohstoffe außerhalb der USA günstiger macht. Zudem sind seit Beginn des Jahres die Renditen an den Anleihemärkten wieder gefallen, was die Goldnachfrage erhöht habe.

Weniger aggressiver Zinskurs in den USA stützt

Gold bleibt also zinssensitiv – steigende Zinsen sind in der Regel Gift für Anlagen, die keine Zinsen abwerfen, da sie gegenüber zinstragenden Anlagen wie etwa Anleihen an Attraktivität verlieren. Aber seit dem vergangenen Spätjahr gibt es zunehmend Klarheit über den Zinskurs der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed). Nachdem die Währungshüter nach sieben Zinserhöhungen eine langsamere Gangart signalisiert haben, erwarten die Märkte ein mögliches Ende des Aufwärtskurses noch in diesem oder im nächsten Jahr.

Und während die Zinsentwicklung zuletzt als Belastungsfaktor in den Hintergrund getreten ist, bleibt die Häufung krisenhafter geopolitischer Entwicklungen, allen voran der Ukraine-Krieg, die viele Anleger nach vermeintlich sicheren Häfen suchen lässt.

Schließlich fielen zuletzt die internationalen Zentralbanken als mächtiger Nachfragefaktor im Goldmarkt auf. Zwar zeigt die Historie, dass Gold mittel- bis langfristig seinem Ruf als Inflationsschutz wenig Ehre macht. Doch war die relative Stabilität des Edelmetalls eine der Begründungen der Zentralbanken, warum sie im vergangenen Jahr wieder erhebliche Goldmengen eingelagert haben. Insgesamt fragten die Notenbanken so viel Gold nach wie seit 1967 nicht mehr.

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