Ex-Wagner-Söldner in Norwegen kommt nach Festnahme wieder frei

Stand: 25.01.2023 17:23 Uhr

Ein mutmaßliches Ex-Mitglied der russischen Söldnertruppe Wagner war nach Norwegen geflohen und dort festgenommen worden. Laut Polizei soll er unter Auflagen freikommen. Er will offenbar über die Söldner-Gruppe auspacken.

Ein nach Norwegen geflohener ranghoher Söldner der russischen Wagner-Gruppe kommt nach seiner Festnahme dort wieder auf freien Fuß. Der russische Staatsbürger Andrej Medwedew war am Sonntagabend unter dem Verdacht der illegalen Einreise festgenommen worden.

Er sollte heute unter der Bedingung aus einem Haftzentrum freigelassen werden, dass er sich an einem bestimmten Ort aufhält. Das teilte die Einwanderungseinheit der Polizei mit. Man könne ihn nicht mehr nach dem Einwanderungsgesetz festhalten.

Medwedew soll 2022 über Monate Mitglied der Wagner-Gruppe gewesen sein, ehe er nach Norwegen floh und Asyl beantragte. Der norwegische Nationale Kriminaldienst, der an der Untersuchung von Kriegsverbrechen in der Ukraine beteiligt ist, teilte mit, er befrage Medwedew, der den Status eines Zeugen habe.

Medwedew will offenbar auspacken

Medwedew hatte in einem auf Gulagu.net veröffentlichten Video die Befürchtung geäußert, dass er brutal getötet werde, sollte man ihn zurück nach Russland schicken. Die norwegischen Behörden haben aber bislang nicht erklärt, dass sie das tun wollen. Medwedew soll gegenüber Gulagu.net seine Bereitschaft geäußert haben, über die Söldner-Gruppe und ihren Chef Jewgeni Prigoschin auszupacken.

Prigoschin, der in enger Beziehung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin steht, hat in russischen Gefängnissen Tausende Häftlinge für den Krieg gegen die Ukraine rekrutiert.

Dabei versprach er den Gefangenen die Freilassung nach Ende ihres Vertrags, drohte aber zugleich mit standrechtlichen Hinrichtungen, sollten sie versuchen zu fliehen.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

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