Erneut Feuer und Tote bei Protesten in Peru

Stand: 21.01.2023 07:09 Uhr

Die politische Krise in Peru gerät immer mehr außer Kontrolle: Bei Protesten kam es erneut zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Polizisten im ganzen Land. Die Zahl der Toten stieg auf 45.

In Peru haben sich die Demonstrationen gegen die Regierung auf das ganze Land ausgeweitet. Dabei kam es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei.

Zahl der Toten auf 45 gestiegen

Neben der Zahl der Verletzten sind auch die Todesopfer bei den Protesten auf 45 gestiegen. Laut einem Bericht des peruanischen Ombudsmannes sollen landesweit etwa 58 Menschen bei den Demonstrationen verletzt worden sein.

In der Hauptstadt Lima feuerten die Beamten Tränengas in die Menge – Regierungsgegner schleuderten Steine, wie im Fernsehen zu sehen war. Auf den Straßen brannten mehrere Feuer. In der Stadt Arequipa im Süden des Landes versuchten Demonstranten, den Flughafen zu stürmen, wie der Radiosender RPP berichtete. Die Regierung hat den Ausnahmezustand auf sechs Regionen ausgedehnt und schränkt einige Bürgerrechte ein.

Erneut Gebäude in Flammen

In der Provinz Chucuito steckten Protestierende eine Polizeiwache in Brand. In der Region Cusco legten Demonstranten in einem Camp von Bergleuten Feuer. Die Regierung erklärte für mehrere Regionen des südamerikanischen Landes den Ausnahmezustand.

Die Unruhen folgen auf einen ereignisreichen Donnerstag, an dem es in Lima während der Demonstrationen zu einem Großbrand kam. Eines der historischen Gebäude der Stadt brannte dabei bis auf die Grundmauern nieder. Präsidentin Dina Boluarte erklärte, härter gegen “Vandalen” vorgehen zu wollen.

“Ich bedauere die Toten und Verletzten”, sagte der Sondergesandte des UN-Menschenrechtskommissariats, Christian Salazar Volkmann, nach einem Treffen mit Regierungsvertretern. “Außerdem haben wir die Regierung um Informationen gebeten, wie sie diese Fälle untersuchen und in Zukunft verhindern will.”

Rücktritt Boluartes gefordert

Tausende von Demonstranten zogen in dieser Woche nach Lima, um Veränderungen zu fordern. Der Auslöser für die anhaltenden Demonstrationen in Peru ist die Absetzung und Inhaftierung des umstrittenen Präsidenten Pedro Castillo im Dezember vergangenen Jahres gewesen. Ihm wird vorgeworfen, dass er widerrechtlich das Parlament auflösen wollte, um einem Amtsenthebungsverfahren zu entgehen. Amtierende Präsidentin ist seither Dina Boluarte, die zuvor das Vize-Amt innehatte. Castillos Anhänger fordern Neuwahlen, die Freilassung des Politikers, den Rücktritt Boluartes sowie die Auflösung des Parlaments und Verfassungsänderungen.

What is your reaction?

0
Excited
0
Happy
0
In Love
0
Not Sure
0
Silly

You may also like

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *