Baerbock erstmals seit Kriegsbeginn in der Ostukraine

Stand: 10.01.2023 16:25 Uhr

Außenministerin Baerbock hat der Ukraine einen Besuch abgestattet. Mit ihrem Amtskollegen Kuleba war sie in Charkiw und ließ sich dort die Zerstörungen durch russische Angriffe zeigen.

Bis zur Abreise war der Besuch geheim gehalten worden: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock ist in der Nacht von Polen aus mit dem Zug in die Ukraine gefahren. Am Morgen wurde sie in Kiew empfangen. Von dort reiste sie in den Osten des Landes weiter, nach Charkiw.

Mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba besichtigte sie verschiedene zerstörte oder beschädigte Orte in der Stadt, unter anderem ein Umspannwerk und ein Kinderkrankenhaus.

Dunkelgrün: Vormarsch der russischen Armee. Schraffiert: Von Russland annektierte Gebiete. Bild: ISW/09.01.2023

Kämpfe um Soledar und Bachmut

Rund zehneinhalb Monate nach dem russischen Angriff auf die benachbarte Ukraine sind die Kämpfe im Bereich von Donezk derzeit besonders heftig. Die Städte Soledar und Bachmut sind dabei von strategischer Bedeutung: Sie sind Teil des ukrainischen Verteidigungswalls vor dem Ballungsraum zwischen Slowjansk und Kramatorsk. Die Einnahme des Gebiets wäre aus russischer Sicht ein bedeutender Schritt hin zur Eroberung des gesamten Donbass – eines der Kriegsziele des Kremls.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Im täglichen britischen Geheimdienst-Briefing hieß es, reguläre russische Truppen und Einheiten der Söldnergruppe Wagner hätten in den vergangenen vier Tagen taktische Vorstöße in Richtung Soledar gemacht und kontrollierten wahrscheinlich den größten Teil des Orts.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Lage bei Soledar in seiner nächtlichen Videoansprache als sehr schwierig bezeichnet. Er hob jedoch den Widerstand der Soldaten hervor. Dieser verschaffe der ukrainischen Armee Zeit: “Die Schlacht um den Donbass dauert an.”

Mit Informationen von Rebecca Barth, WDR.

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