Antworten zur neuen Corona-Variante XBB.1.5

FAQ

Stand: 06.01.2023 13:03 Uhr

Die neue Corona-Variante XBB.1.5 breitet sich aktuell schnell in den USA aus und wurde auch in 28 weiteren Ländern nachgewiesen. Auch hier in Deutschland kursiert der Omikron-Subtyp. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Von Vinetta Richter, Lilly Zerbst und Pascal Kiss, SWR

Wie schnell verbreitet sich der Omikron-Subtyp?

Laut WHO ist sie die bislang ansteckendste Subvariante des Coronavirus. Besonders in den USA hat der Omikron-Subtyp XBB.1.5 schnell bisher vorherrschende Corona-Varianten verdrängt: Seit November verdoppelte sich der Anteil an Neuinfektionen mit XBB.1.5 dort wöchentlich, gleichzeitig steigen auch die absoluten Infektionszahlen wieder.” Zum Jahresende ist XBB.1.5 mit 40.5 Prozent zur dominierenden Variante in den USA aufgestiegen, so schätzt die US-Gesundheitsbehörde CDC. Auch in Großbritannien steigen die XBB.1.5 Fallzahlen Medienberichten zufolge.

In Deutschland ist der Virus-Subtyp ebenfalls nachgewiesen worden. Aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts zum XBB.1.5-Anteil in Deutschland gibt es noch nicht – der nächste Wochenbericht mit neuen Daten erscheint am 12. Januar. Dass sich das Virus in Europa aber ebenso gut verbreiten könne wie in den USA, hält der Virologe Alexander Kekulé für nicht unwahrscheinlich. In welchen Ländern sich die Virus-Variante aktuell noch ausbreitet und wie schnell, sei schwer einzuschätzen, warnt Epidemiologin Maria Van Kerkhove, Covid-19 Fachleiterin der WHO. Denn global gebe es immer weniger Sequenzierungen.

Wie gefährlich ist XBB.1.5?

Die neue Subvariante ist zwar ansteckender, bislang gebe es jedoch keine Hinweise darauf, dass sie auch zu schwereren Krankheitsverläufen führe, gibt die WHO bekannt. Eine genaue Risikoabschätzung stellt die WHO für die nächsten Tage in Aussicht. In Deutschland werde die Ausbreitung von XBB.1.5 überwacht, erklärt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf Twitter.

Noch ist unklar, wie sich die neue Variante auf das Infektionsgeschehen auswirkt. “Wir sehen, dass die Krankenhauseinweisungen im ganzen Land insgesamt zugenommen haben”, sagte Barbara Mahon, Direktorin der CDC-Abteilung für Coronaviren und andere Atemwegsviren gegenüber dem Fernsehsender NBC. Doch im Nordosten der USA, wo die Variante XBB.1.5 besonders stark verbreitet ist, gebe es keinen ungewöhnlich hohen Anstieg.

Für die Bekämpfung des Coronavirus in Europa sei die mögliche Ausbreitung der neuen Omikron-Variante belanglos, so Kekulé, es bedeute für den Normalbürger einfach, dass man sich mehrfach im Jahr mit Corona anstecken könne.

Wie entstehen Mutationen?

Damit Viren sich vermehren können, müssen sie ihr Erbgut kopieren. Dabei kommt es immer wieder zu Fehlern. Die meisten Fehler bleiben unbemerkt, ein paar können aber auch dazu führen, dass der Erreger neue Eigenschaften erhält. Wenn diese neue Eigenschaft bedeutet, dass sich das Virus besser vermehren oder dem Immunsystem des Wirtes entwischen kann, dann ist das gewissermaßen ein Wettbewerbsvorteil. Das scheint bei XBB.1.5 der Fall zu sein.

Wie unterscheidet sich XBB.1.5 von den vorherigen Omikron-Varianten?

Laut chinesischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kann sich die Mutation XBB.1.5 nun deutlich besser an Zellen anbinden. Dies könnte zur stärkeren Verbreitung beitragen. Die Übervariante XBB ist aus einer Rekombination zweier BA.2-Sublinien entstanden. Daraus entwickelte sich XBB.1.5. Schon die Vorgängervariante XBB konnte dem menschlichen Immunsystem als Immunflucht-Variante erstaunlich gut ausweichen. Die später entstandenen XBB.1.5 ist zudem nochmal ansteckender, worauf erste Daten des Biomedical Pioneering Innovation Center (BIOPIC) in Peking auf einem Preprint-Server hinweisen.

Wie stuft die WHO die Variante ein?

Die WHO verfolgt die Virusvariantenentwicklung aufmerksam und aktualisiert regelmäßig eine Auflistung aller aktuellen Coronavarianten. Zurzeit gibt es nur eine “variant of concern” (VOC)- also als besorgniserregend eingestufte Variante, und das ist die Omikron B.1.1.529-Variante. Die Subvariante XBB.1.5 ist derzeit keine “variant of concern”, aber sie wird von der WHO beobachtet – genauso wie BA.5 und weitere Omikron-Varianten.

Diese erfüllen drei bestimmte Kriterien: Sie sind eine Omikron-Subvariante, sie haben eine höhere Übertragungsrate und sie weisen zusätzliche Aminosäureveränderungen auf. Diese Veränderungen gelten als der Grund für ihre stärkere Ausbreitung unter den Menschen.

Außerdem gibt es noch die Kategorie “variants of interest” (VOI). Das sind Varianten, die für das zukünftige Infektionsgeschehen von Interesse sein könnten. Sie haben genetische Veränderungen, von denen vorhergesagt wird oder bekannt ist, dass sie sich auf bestimmte Viruseigenschaften wie zum Beispiel Übertragbarkeit auswirken. Und diese Varianten sind auch nachweislich für eine signifikante Übertragung in mehreren Ländern verantwortlich. Aktuell gibt es aber keine “variant of interest”.

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