Anti-Terror-Einsatz: Mann soll islamistischen Anschlag geplant haben

Stand: 08.01.2023 03:38 Uhr

Anti-Terror-Ermittler haben im Ruhrgebiet einen Mann festgenommen, der einen islamistischen Anschlag vorbereitet haben soll. Laut Generalstaatsanwaltschaft soll der iranische Staatsangehörige dafür mehrere Giftstoffe besorgt haben.

In Castrop-Rauxel im nördlichen Ruhrgebiet haben Anti-Terror-Ermittler einen 32-jährigen Mann festgenommen und dessen Wohnung durchsucht. Der iranische Staatsangehörige soll einen islamistischen Anschlag geplant haben.

Der Mann sei verdächtig, sich für die Tat die Giftstoffe Cyanid und Rizin besorgt zu haben, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf, die Polizei Recklinghausen und die Polizei Münster mit. Wie weit die Anschlagspläne fortgeschritten waren und ob es schon ein konkretes Anschlagsziel gab, blieb zunächst unklar.

Rizin wird laut dem Robert-Koch Institut in der Kriegswaffenliste unter “Biologische Waffen” aufgeführt. Es wird aus den Samen der Rizinuspflanze hergestellt. Je nach Art der Aufnahme verläuft die Infektionskrankheit tödlich – und zwar bereits nach 36 bis 72 Stunden. Ein spezifisches Gegenmittel gibt es nicht. Cyanid ist ebenfalls hochgiftig, bereits kleinste Mengen wirken bei Menschen tödlich.

Vorbereitung einer “schweren Straftat”

“Der Beschuldigte ist verdächtig, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben”, teilten die Ermittler weiter mit. “Die Durchsuchung dient der Auffindung entsprechender Giftstoffe und anderer Beweismittel.”

Der Mann und eine weitere Person seien in Gewahrsam genommen worden. Keiner der beiden habe Widerstand geleistet. “Beweismittel wurden sichergestellt und werden ausgewertet.” Ob der Verdächtige einem Haftrichter vorgeführt werde, sei noch nicht entschieden.

Polizei mit Großaufgebot vor Ort

Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Zahlreiche Einsatzkräfte trugen Schutzanzüge, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichtete.

Der Bereich um die gestürmte Wohnung wurde weiträumig abgesperrt. Bei der Feuerwehr Recklinghausen sei eine Dekontaminationsstelle eingerichtet worden, berichteten die “Ruhr Nachrichten”. Einsatzkräfte in Schutzanzügen kümmerten sich dort um sichergestellte Gegenstände, die in blauen Fässern zur Feuerwehr gebracht worden waren.

Medienberichten zufolge ermittelt das Bundeskriminalamt seit mehreren Tagen gegen den Iraner. Laut der “Bild” soll ein “befreundeter Geheimdienst” die deutschen Sicherheitsbehörden über die Anschlagsgefahr mit einer chemischen Bombe gewarnt haben.

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