Anti-Terror-Einsatz: Keine Giftstoffe bei Durchsuchung gefunden

Stand: 08.01.2023 13:28 Uhr

Nach der Festnahme eines Terrorverdächtigen in Castrop-Rauxel ist die Durchsuchung der Wohnung abgeschlossen. Dort gab es laut Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf Giftstoffe. Der 32-Jährige soll einen islamistischen Anschlag geplant haben.

Ermittler haben in der Nacht im Ruhrgebiet einen Mann wegen möglicher Anschlagspläne festgenommen und dessen Wohnung durchsucht. Dabei wurden keine Giftstoffe gefunden, wie die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft bekannt gab. Die Ermittler hätten aber Speichermedien beschlagnahmt. Diese müssten nun ausgewertet werden, so Oberstaatsanwalt Holger Heming.

Der Iraner wird verdächtigt, sich Cyanid und Rizin beschafft zu haben. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul erklärte nach dem Einsatz, es habe “einen ernstzunehmenden Hinweis” gegeben, “der die Polizei dazu veranlasst hat, noch in der Nacht zuzugreifen”.

Vorbereitung eines islamistisch motivierten Terroranschlag

Neben dem 32-Jährigen war in der Nacht auch sein Bruder in der Wohnung festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Laut Heming wird noch geprüft, ob es bei ihm einen Zusammenhang mit den Vorwürfen gibt.

Medienberichten zufolge ermittelt das Bundeskriminalamt bereits seit mehreren Tagen in dem Fall. Laut der “Bild” soll ein “befreundeter Geheimdienst” die deutschen Sicherheitsbehörden über die Anschlagsgefahr mit einer chemischen Bombe gewarnt haben.

Rizin wird als Kriegswaffe eingestuft

Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Weil Cyanid und Rizin hochgiftig sind, wurden die Beweisstücke in blauen Fässern zu einer speziellen Untersuchungsstelle gebracht.

Laut einem Bericht der “Bild” waren wegen der biologisch-chemischen Gefahren für die Einsatzkräfte auch Mitarbeiter des RKI als Berater vor Ort. Auch mehrere Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes und ein Entschärferkommando seien im Einsatz gewesen.

Rizin wird laut dem Robert-Koch Institut (RKI) in der Kriegswaffenliste unter “Biologische Waffen” aufgeführt. Je nach Art der Aufnahme verläuft die Vergiftung tödlich – und zwar bereits nach 36 bis 72 Stunden. Cyanid ist ebenfalls hochgiftig, bereits kleinste Mengen wirken bei Menschen tödlich.

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